Bayerisches Cochlea Impant Centrum am Institut für Hören und Sprache - Telefon: 09421 542-298
Rehabilitation Kinder

Audioverbale Therapie

  • Hörfreude wecken
  • Konditionierung
  • Höraufmerksamkeit steigern
  • sprachbegleitendes Handeln im Spiel
  • Rhythmisch-musikalische Erziehung
  • ganzheitlicher Förderansatz
  • Hörtraining
  • Hörtraining im Störschall
  • Telefontraining
  • Richtungshören
  • Pflege und Funktionskontrolle des CI
  • Umgang mit der Zusatztechnik 

Therapeutisches Konzept der Habilitation von Kindern nach Cochlea Implantation am BCIC

Nach einer Cochlea Implantation bei Kindern ist es ein wesentliches Ziel, das Hören als integralen Bestandteil im Leben des Kindes zu verankern, seine kommunikativen und sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln und ständig zu verbessern.

Das Therapeutische Konzept für Kinder ist im Wesentlichen geprägt von Flexibilität, denn es müssen in allen Punkten stets die individuellen Voraussetzungen des Kindes, wie Alter, Zeitpunkt der Ertaubung und Dauer der Taubheit, Hör- und Sprachentwicklungsstand sowie der allgemeine Entwicklungsstand und auch die Tagesform berücksichtigt werden.

1. Audiologische Maßnahmen:

  • Erstanpassung bei kindgerechten und altersentsprechenden Bedingungen 
  • Fortlaufende, individuelle Einstellung des Sprachprozessors (je jünger die Kinder, desto mehr erfolgt die Anpassung über Verhaltensbeobachtung durch Audiologen und Therapeuten)
  • Standardisierte Testverfahren zur Untersuchung der Hörfähigkeit und des Sprachverstehens
  • Technische, audiologische Kontrolle der Cochlear-Implant-Systeme 

Die Anpassung bei (kleinen) Kindern ist als mehrphasiger Prozess zu verstehen: nach einer Anpasseinheit wird die Reaktion des Kindes in den darauf folgenden Therapieeinheiten beobachtet und gegebenenfalls kann dann zeitnah eine weitere Anpasseinheit, wenn nötig, stattfinden. 

So ist Schritt für Schritt eine Optimierung der Sprachprozessoreinstellung auch bei kleinen Kindern mit Hilfe von Verhaltensbeobachtung möglich.

2. Ganzheitliche Hörtherapie
 
Hier muss vor allem sichergestellt sein, dass die natürlichen Entwicklungsbedingungen des Hörens und der Lautsprache angeregt, unterstützt und gefördert werden. 
Die Hör- und Sprachtherapie erfolgt nach den Prinzipien des hörgerichteten Spracherwerbs. Unter Einbeziehung einer an den Interessen und dem Entwicklungsstandes der Kinder orientierten Hörerziehung und einem Hörtraining soll ein Hör-Lern-Prozess in Gang gesetzt werden, der ein möglichst differenziertes Hören ermöglicht. 
 
Die Sprachtherapie im Sinne eines hörgerichteten Spracherwerbs orientiert sich an den Bedingungen, die für den natürlichen Spracherwerbsprozess wichtig sind. Für die Sprachentwicklung spielt die kommunikativ-situative Interaktion zwischen Kind und Kommunikationspartner eine wichtige Rolle.
 
Daher muss das therapeutische Setting stets ein Spielerisches sein. Zudem ist es wichtig, die Eltern des Kindes in die Hör- und Sprachtherapie mit einzubeziehen. Weitere Grundlagen für die Sprachentwicklung sind grobmotorische, feinmotorische und rhythmische Fähigkeiten. 
 

Daher müssen auch diese Bereiche in die Förderung mit einbezogen werden. Dies wird gewährleistet durch rhythmisch-musikalische und rhythmisch-motorische Angebote. Ziel unserer Hörtherapie ist die Entwicklung einer umfassenden Hör- und Sprachkompetenz beim Kind.

Elternarbeit

  •  Beratung vor der Implantation
  • Anleitung zur ganzheitlichen Förderung
  • psychologische Betreuung
  • Hilfen zum Stressabbau
  • Schullaufbahnberatung

Von großer Bedeutung für den Therapieerfolg bei Kindern ist die Einbeziehung der Eltern und engeren Kontaktpersonen in das Therapiegeschehen.

Die Eltern werden bei uns in der Handhabung des Sprachprozessors,  im Erkennen von Fehlerquellen und ggf. deren Beseitigung und in der Nutzung von Zusatzgeräten (z.B. FM-Anlagen) geschult.

Die Besprechung des Therapiegeschehens und die Unterweisung der Eltern zur Fortführung im häuslichen Umfeld, ist ebenfalls Teil der Elternarbeit. Für den Fall, dass bei ihrem Kind außer der Hörbehinderung noch weitere Entwicklungsprobleme (allgemeine Entwicklungsverzögerung, Mehrfachbehinderung) oder Verhaltensauffälligkeiten bestehen, gibt es bei uns zudem die Möglichkeit zur entwicklungspsychologischen Diagnostik und Beratung, sowie zur verhaltenstherapeutisch-orientierten und bindungstheoretisch-basierten Erziehungsberatung.

Bei Bedarf können die Eltern auch für sich psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

  • mit Kliniken und HNO-Ärzten
  • Kinderzentren
  • Hörgeräteakustikern
  • Frühförderung
  • Kindergärten und Schulen

Institutionelle Zusammenarbeit

Wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Therapie ist auch die Zusammenarbeit unseres Centrums mit den entsprechenden Frühförderstellen, den vorschulischen Einrichtungen, den jeweiligen Förderzentren oder Regelschulen sowie mit anderen, mit dem Kind oder in der Familie tätigen, Therapeuten (z.B. Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, sozialpädagogischen Familienhelfern).

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

  • mit Kliniken und HNO-Ärzten
  • Kinderzentren
  • Hörgeräteakustikern
  • Frühförderung
  • Kindergärten und Schulen

Dokumentation und Evaluation

  • des (individuellen) Entwicklungsverlaufs
  • Sprachverständnistests
  • Mitarbeit an wissenschaftlichen Studien

Öffentlichkeitsarbeit

  • Mitglied im Arbeitskreis pädagogischer Leiter
  • Referate und Aufsätze
  • Durchführung von Workshops für Eltern und Pädagogen
  • Info-Veranstaltungen zu verschiedenen Themen

Ziele

  • Hören soll integraler Bestandteil im Leben des Kindes sein
  • Die kommunikativen und sprachlichen Fähigkeiten sollen verbessert werden

Aufenthalt und Tagesablauf

Dauer

  • Die Dauer Ihrer jeweiligen Aufenthalte stimmen wir mit Ihnen ab unter Berücksichtigung des Entwicklungsstandes Ihres Kindes sowie Ihrer familiären Situation bzw. Wohnortnähe
  • Wir bieten 1- bis 2-tägige stationäre Reha-Abschnitte an

Verpflegung

  • Während Ihres Aufenthalts verpflegt Sie unsere Großküche mit Frühstück, Mittag- und Abendessen inklusive Getränke
  • für den Aufenthalt einer zweiten Bezugsperson berechnen wir zusätzlich einen Verpflegungskostenanteil
  • Wir berücksichtigen die  speziellen Ernährungsgewohnheiten von Vegetariern, Allergikern, Diabetikern oder Familien islamischen Glaubens

Beteiligung der Eltern an hauswirtschaftlichen Abäufen

  • für einige hauswirtschaftliche Tätigkeiten ist die Mitarbeit der Eltern notwendig (z.B. Geschirrspüler einräumen, Ordnung halten in den Gemeinschaftsräumen, Betten abziehen)

Räume

  • wir sind auf die Bedürfnisse von Eltern mit Kleinkindern eingerichtet (Wickelraum, Betten mit Schutzgitter, etc.)
  • in den Gemeinschaftsräumen stehen den Kindern Spiel- Mal- und Bastelmaterialien zur freien Verfügung
  • Sie übernachten in Eltern/Kind-Zimmern mit unterschiedlicher Ausstattung

Überblick über den Tagesablauf

  • Besonders mit kleinen Kindern lässt sich ein eng strukturierter Tagesplan kaum umsetzen. Der Ablauf unseres Reha-Tages weist deshalb nur einige Anhaltspunkte auf, damit wir – was die Gestaltung des therapeutischen Programms betrifft – mit Flexibilität auf die Bedürfnisse der Kinder und Eltern reagieren können.

ab 08:30 – Ankommen und kleiner Imbiss / Frühstück
09:00 – 12:00 – Therapeutisches Vormittagsprogramm (z.B. Einzelförderung, Anpassung, psychologische Diagnostik, Elternberatung, …)
12.00 – 13.00 – Mittagspause
13.00 – 16.30 – Therapeutisches Nachmittagsprogramm (z.B. Einzelförderung, Gruppenangebote, Anpassung, Elternberatung, Audiometrie, Entwicklungsdiagnostik …)

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