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Implantation & Rehabilitation

Indikation

Eine Indikation zu dieser Operation besteht dann, wenn eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit oder eine hochgradige Schwerhörigkeit vorliegt. Da eine solche Schwerhörigkeit in 98% der Fälle in einer eingeschränkten Innenohrfunktion begründet liegt, versucht ein Cochlea-Implantat diese Innenohrfunktion zu ersetzen.

Von einer hochgradige Schwerhörigkeit können beide Ohren betroffen sein oder auch nur ein Ohr. Das andere Ohr kann entweder normalhörend sein (Single Side Deafness) – oder aber es besteht auf dem anderen Ohr eine Schwerhörigkeit unterschiedlichen Ausmaßes und es ist mit einem Hörgerät versorgt (bimodale Versorgung).

Eine weitere Indikation liegt dann vor, wenn nur der Hochtonbereich von der hochgradigen Schwerhörigkeit betroffen ist, der Tieftonbereich auf dem selben Ohr aber noch so gut ist, dass er mit einem Hörgerät versorgbar ist (Elektro-Akustische Stimulation bzw. Hybridversorgung).

Operation

Die Cochlea-Implantation findet in einer dafür spezialisierten Klinik statt. Während der Implantation wird eine Empfangseinheit in ein Knochenbett in den Schädelknochen gesetzt und ein, von der Empfangseinheit ausgehender, Elektrodenträger ins Innenohr eingeführt. Wenn die Operation am Anfang einer Woche stattfindet, werden die Patienten in der Regel am Ende der Woche wieder entlassen.

Anpassung

Nach der Operation der Empfangseinheit kann der Patient noch nicht hören! In der Regel vergehen 4 Wochen bis das Cochlea-Implantat eingeheilt ist. Dann kann damit begonnen werden die Sendeeinheit (der extern getragene Sprachprozessor) den individuellen physiologischen Begebenheiten anzupassen. Die einzelnen Elektroden auf dem im Innenohr befindlichen Elektrodenträger müssen so eingestellt werden, dass sie den Hörnerv sinnvoll stimulieren und es nicht zu einer Über- oder Unterstimulation kommt. In der Anfangszeit nach der Implantation sind häufige Anpasssitzungen in kurzen Zeitabständen sinnvoll, bevor das System richtig angepasst ist. Im weiteren Verlauf muss mindestens einmal im Jahr eine Nachanpassung stattfinden. CI-Patienten bedürfen einer lebenslangen Nachsorge

Rehabilitation

Für den Erfolg einer Implantation entscheidend ist auch eine intensive Nachbetreuung.

Kleine, von Geburt an gehörlose Kinder, werden im optimalen Fall um das 1. Lebensjahr herum mit einem CI versorgt. Liegen keine weiteren Beeinträchtigungen vor, ist ein späterer Regelschulbesuch wahrscheinlich. Die Neurophysiologie geht davon aus, dass die ersten drei Lebensjahre für die Sprachentwicklung die entscheidenden Jahre sind. Ein normal hörendes Kind erwirbt in dieser Zeit Sprache „nebenbei“. Bei einem mit einem CI versorgten Kind ist schon viel wertvolle Zeit verstrichen. Es benötigt zusätzlich therapeutische Unterstützung, um die Hör – und Sprachentwicklung nach zuholen. Erwachsene, die spät oder progredient ertaubt sind, müssen nach einer Cochlea-Implantation das Hören mit dem CI ebenfalls „neu“ erlernen und benötigen systematisches Hörtraining.  

Die individuelle Hör- und Sprachtherapie und die Sprachprozessoranpassung finden in einem Rehabilitationszentrum statt. Hier sind therapeutische und technische Ressourcen für eine erfolgreiche Rehabilitation gebündelt. Die Sprachprozessoranpassung erfordert eine spezielle technische Ausrüstung, die von den Implantatherstellern in der Regel nur den Kliniken und den Reha-Zentren zur Verfügung gestellt wird. Sie kann nur in einigen Ausnahmefällen von Hörgeräteakustikern geleistet werden.